Forschung - Prof. Dr. Annetrudi Kress

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Prof. Dr. Annetrudi Kress
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Die Schwerpunkte der Forschungstätigkeit liegen auf dem Gebiet der vergleichenden Fortpflanzungs- und Entwicklungsbiologie.

Die Arbeiten beinhalten Themen der Eireifung und der Frühentwicklung, sowie den parallel dazu verlaufenden Veränderungen im weiblichen Genitalsystem.

Da ist einerseits die Frage nach den Strategien der Natur, um die reifenden Eizellen mit allem auszustatten,  was der Keim für die Entwicklung nach der Befruchtung in seinem spezifischen Umfeld benötigt. Andererseits die Darstellung der Veränderungen innerhalb der verschiedenen Abschnitte des weiblichen Genitalsystems für den Transport, die Differenzierung und die Implantation der Keime.

Ein vergleichend anatomischer Ansatz führte zur Bearbeitung von Arten aus verschiedenen Tiergruppen.

„Opisthobranchier“ (heute Heterobranchier)  (Mollusca)
Die Forschungen wurden in der „Marine Biological Station“ in Plymouth (England) durchgeführt. Neben den benötigten taxonomischen Abklärungen standen Studien mit Schwerpunkt Eireifung, Eikapselverhalten und Veligerentwicklung, sowie der histologische Bau der Drüsenabschnitte des weiblichen und männlichen Genitalsystems.

Amphibien
Bei Tiergruppen wo Befruchtung und Entwicklung des Keimes bei den meisten Arten ausserhalb des mütterlichen Körpers stattfindet, richtet sich das Interesse auf den Aufbau der Nährsubstanz Dotter. Je nach Spezies kann der Dotter sowohl vom Bildungsort der Vorstufen als auch von der chemischen Zusammensetzung und vom strukturellen Aufbau her stark variieren.

Die Hoffnung,  Amphibien-Vertreter aus unterschiedlichen taxonomischen Gruppen analysieren zu können, musste leider  aufgegeben werden. Wegen weltweiter Schutzbestimmungen  und damit  zunehmend erschwertem Zugang zum Material,  wurden die die Studien abgebrochen.

Säugetiere
Es wurde versucht, Einblicke  in die Entwicklungsabläufe  bei Arten von unterschiedlichen systematischen  Gruppen zu erhalten.

Nagetiere: Meriones unguiculatus (Mongolian gerbil)
Diese Art findet häufig Verwendung als Laborversuchstier (biomedical research model). Es existierten jedoch kaum Studien über die postnatale Entwicklung oder über die Veränderungen des weiblichen Genitalsystems während des Ovarialzyklus.

Insectivoren (Spitzmäuse) (Crocidura russula, Neomys, Sorex)
Spitzmäuse als Vertreter dieser Gruppe gelten als eher ursprünglich unter den Säugern.  Zum damaligen Zeitpunkt fanden sich lediglich vereinzelte lichtmikroskopische Arbeiten zum Thema Reproduktionsorgane, aber keine elektronenoptische Studien.

Marsupialia (Beuteltiere)
Im Gegensatz  zu den höheren Säugetieren (Eutheria oder Plazentarier)  haben die Marsupialier  eine extrem kurze Tragzeit und sind bei der Geburt entsprechend klein und wenig entwickelt. Die Eireifung  und die Blastogenese  verlaufen  verschieden, verglichen mit den  entsprechenden Prozessen bei den Eutheria.

Zwei Arten wurden bearbeitet:
Monodelphis domestica (amerikanisches Beuteltier) ist ein Vertreter der amerikanischen Gruppe von Beuteltieren; gilt als „model animal“ und wird für biomedizinische Fragestellungen gezüchtet. Die Tiere stammen aus der damaligen Zucht des Biozentrums  der Universität Basel.

Weibliche Genitalsysteme (Ovar, Ovidukt, Uterus mit Cervix, Vagina) wurden in allen Stadien des Oestruszyklus fixiert und in lichtmikroskopische Serien geschnitten. Parallel dazu erfolgten die elektronenmikroskopischen Untersuchungen.

Sminthopsis  macroura: (australisches Beuteltier) Das fixierte oder bereits eingebettete Material (Ovarien, Zygoten, Furchungsstadien und Blastocysten) stammt von Tieren aus der Zucht von Prof. Lynne Selwood an der La Trobe University in Melbourne (Australien) und wurde im Anatomischen Institut der Universität Basel elektronenoptisch verarbeitet und analysiert.


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